Von den vielen Entwicklungsschritten der Kinder ist der Eintritt in die Schule ein besonderes Ereignis für die ganze Familie. Sind ältere Geschwister da, die schon in der Schule sind, möchten die Jüngeren ihnen nacheifern und erwarten den ersten Schultag mit viel Spannung und Vorfreude. Endlich die eigene Schultüte basteln, einen tollen Ranzen aussuchen und mit den Freunden aus der Kindergarten- oder Kitazeit eingschult werden – das ist für alle Kinder eine aufregende Erfahrung.
Aber wann ist ein Kind den Anforderungen durch den Schulalltag gewachsen? Nicht nur die geistigen Fähigkeiten, auch körperlich sollte ein Kind so weit entwickelt sein, dass es bereit ist für die Schule.
Aufschluss darüber gibt Ihnen als Eltern zum Einen die Vorsorgeuntersuchung U 9 beim Kinderarzt, zum Anderen ein Schuleignungstest, aber auch Gespräche mit den Erzieherinnen in der Kita oder im Kindergarten. Sie haben Ihr Kind über drei oder mehr Jahre begleitet und können Ihnen eine Einschätzung über den richtigen Zeitpunkt zur Einschulung geben. Über einen Schuleignungstest können Sie sich beim Sekretariat der Schule oder bei einer Erziehungsberatungsstelle informieren. Nimmt Ihr Kind daran teil, darf es probeweise zum Unterricht gehen. Die Psychologen der Beratungsstelle nehmen dabei über die Vorsorgeuntersuchungen hinausgehenden Kriterien in Augenschein, beispielsweise soziale Verhaltensweisen.
Vielen Kindern tut es einfach gut, wenn sie noch ein Jahr länger im Kindergarten bleiben. Vielleicht sind sie noch zu verspielt, um täglich Hausaufgaben zu machen oder müssen noch ein bisschen wachsen, um Schulranzen und Sporttasche tragen zu können. Oft können die Probleme durch einen schweren Ranzen aber auch einfach aus der Welt geschafft werden, indem die Kinder sich mit ihren Klassenkameraden absprechen und bestimmte Schulbücher abwechselnd mitbringen. Dadurch kann das Gewicht des Schulranzens Ihres Kindes um einiges verringert werden.
Ist Ihr Kind nach einem bestimmten Stichtag, der je nach Bundesland variiert, geboren, so wird es als so genanntes Kann-Kind eingestuft, was bedeutet, dass Sie Ihre Tochter oder Ihren Sohn nicht einschulen lassen müssen. Oft ist dieser Stichtag der 30. Juni, und wenn Ihr Kind erst danach sechs Jahre alt wird, kann es eingeschult werden, Sie können damit aber auch noch ein weiteres Jahr warten.
Die kinderärztliche Vorsorgeuntersuchung U 9 wird ab dem 5. Lebensjahr, bzw. zwischen dem 60. und 64. Lebensmonat durchgeführt. Die U 9 ist neben allen anderen die umfangreichste Vorsorgeuntersuchung. Dabei werden zunächst die üblichen Kontrollen nach Gewicht, Körpergröße, Kopfumfang und Blutdruckwerte durchgeführt. Anhand verschiedener Tests wird die Geschicklichkeit und das Bewegungsverhalten geprüft, was wichtig für den Sportunterricht und schließlich auch für den täglichen Schulweg ist. Eine große Rolle für die Schulfähigkeit spielt die sprachliche Entwicklung sowie die Fähigkeit, sich über einen längeren Zeitraum konzentrieren zu können. Soziales Verhalten wird genauso unter die Lupe genommen wie die Fähigkeit, sich selbst an- und auszuziehen und selbständig auf die Toilette gehen zu können. Wichtig ist auch die Vollständigkeit der Impfungen sowie eine gesunde Stellung der Zähne und Füße.
Wenn alle Kriterien bei der U 9 gut erfüllt sind, ist Ihr Kind schulreif und Sie können sich gemeinsam auf einen neuen spannenden Lebensabschnitt freuen.
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