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Archiv der Kategorie ‘Geschichte’

Karneval

18 Feb

Seit dem 11. November ist sie eröffnet, die närrische Zeit. Karneval ist die fünfte Jahreszeit, die Zeit der Narren, Jecken und Kostümierten – eine Zeit, in der mit Politik, Gesellschaft und Wirtschaft abgerechnet wird. Politische Fassenacht in Mainz, Alaaf in Köln – und was ist in Frankfurt los? Allerhand! Zum Karneval geht man nach Heddernheim, denn der Stadtteil Frankfurts verwandelt sich alljährlich in das charmante Klaa Paris, dem fröhlichen Paris Hessens.

Heddernheim im Nordwesten Frankfurts geht auf eine römische Gründung zurück, aus dem recht kleinen Nida wurde im 19. Jahrhundert dank der Kupferverarbeitung ein Städtchen, das seit 1910 zur Stadt Frankfurt am Main gehört. Die etwa 16.000 Einwohner sind ein fröhliches Volk, das sich ausgiebig mit Musik, Kunst und Tanz beschäftigt – bevorzugt zum Karneval. Neben der Zuggemeinschaft Klaa Paris e. V. gibt es in Heddernheim zahlreiche kulturelle Vereine wie beispielsweise den Musik- und Fanfarenzug, die Chorgemeinschaft und das Akkordeon-Orchester Heddernheim – die Vereine sind im Karneval aktiv und haben viel zu bieten. Neben dem üblichen Umzug zum Rosenmontag findet eine Zeltkerb (Zeltkirmes) statt, an der unter anderem der älteste Karnevalsverein Frankfurts, der Heddemer Käwwern e. V., beteiligt ist.

Karneval hat Tradition in Heddernheim, die Stadt hat ihren Namen “Klaa Paris” bereits seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Aber schon früher, im Jahr 1839, fand nach der Eröffnung des Gemeindebrunnens (Gemaa-Bumb) ein erster Faschingsumzug statt. Die Feierfreude in Heddernheim wurde schnell legendär, man begab sich früh in das Mainzer Viertel, weil hier die “Luft freier” sei – in Anlehnung an die Feierfreude und Offenheit der Metropole Paris hatte Heddernheim schnell den Ruf des Klaa Paris, des kleinen Paris, weg – und der hat sich bis heute gehalten. Klaa Paris ist ganz besonders, denn bereits zum 111. Umzug zum Karneval wurde die Freie Reichsstadt Klaa Paris gegründet, deren Oberhaupt in Referenz zur langen Geschichten Heddernheims und ganz in römischer Tradition der Statthalter ist. Dem Statthalter von Klaa Paris assistiert ein Prokurator, und der Umzug zum Karneval wird von einem Zugmarschall geleitet. Bis in die 1990er Jahre fand der Karneval in Heddernheim seinen Höhepunkt in der vormittäglichen Erstürmung des Hessischen Rundfunks (das Funkgebäude befindet sich in Dornbusch) durch die Narren von Klaa Paris, die anschließend das Kommando über den Sender übernahmen und nach Klaa Paris marschierten. Im Laufe des Nachmittags fand in Heddernheim der eigentliche Umzug statt. Allerdings wurde die alljährliche Eroberung des Hessischen Rundfunks vom Intendanten Hartwig Kelm (Intendant des HR 1986-1993) beendet, stattdessen sind die jeweiligen Intendanten nun angehalten, an den Vorbereitungen des Umzugs mitzuwirken.

Karneval in Klaa Paris ist nicht gar so geradeaus und unschuldig-fröhlich, wie die Heddernheimer das gerne propagieren. Die Mottowagen beschäftigen sich auf durchaus nicht immer ganz einfache Art und Weise mit aktuellen Themen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, und so manche Figur des öffentlichen Lebens musste sich die ein oder andere Frechheit gefallen lassen. Aber dazu ist der Karneval schließlich da – wo und wann sollte die Bevölkerung ihrem mehr oder minder ernsthaften Unmut Luft machen, wenn nicht in Klaa Paris, der lebensfrohen und Freien Reichsstadt am Main? Und so heißt es auch 2011, zum 172. Klaa Pariser Umzug, zum Karneval wieder: Das allergrößte Glück auf Erden – in Klaa Paris ein Narr zu werden!

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Frankfurts Stadtteil Heddernheim

13 Jan

Im Nordwesten der Stadt Frankfurt am Main liegt der Stadtteil Heddernheim, indem ca. 16000 Menschen beheimatet sind. 1910 wurde das Heddernheimer Gebiet in die Stadt eingemeindet. Bekannt ist Heddernheim vor allem durch seine Metallverarbeitung und aufgrund der Karnevalbegeisterung seiner Einwohner.

Wirtschaft Heddernheims

Die einst von den Römern gegründete Stadt (Nida hieß sie damals) wurde mit der Kupferverarbeitung groß, die 1827 begann. Damals spielte vor allem das Heddernheimer Kupferwerk und die Süddeutsche Kabelwerk AG eine Rolle. Durch die Wirtschaftskrise gingen beide in den Vereinigten Deutschen Metallwerken auf, denn die gegenseitige Konkurrenz konnten sich die Unternehmen während der Krise nicht leisten.

Zur Blütezeit der Heddernheimer und gesamt-Frankfurter Metallverarbeitung arbeiteten rund 21000 Menschen in der Fabrikation. Im zweiten Weltkrieg spielte der Wirtschaftszweig in der Rüstungsindustrie eine gewichtige Rolle. Vor allem Verstellpropeller für Kampfflugzeuge wurden für die Wehrmacht produziert.

Auch nach dem Krieg bis in die 70er Jahre war die metallverarbeitende Industrie ein großer Arbeitgeber in der Region. Mit dem Strukturwandel wurde Heddernheim allerdings weitgehend deindustrialisiert.

Heute hat Heddernheim eine große Müllverbrennungsanlage (Nordwest) und mit dem Nordwest-Einkaufszentrum das größte Einkaufszentrum Deutschlands. Hier gibt es alles zu erwerben, was das Herz begehrt. Natürlich kaufen hier nicht nur Heddernheimer ein, sondern neben den restlichen Frankfurtern viele Menschen aus Hessen und aus anderen Bundesländern.

Kultur

Heddernheim kann viele Vereine, die sich mit Kultur, z.B. Musik, beschäftigen, vorweisen. Zu nennen sind hier beispielsweise das Akkordeon-Orchester Heddernheim, welches schon seit 1954 besteht. Auch die Chorgemeinschaft Heddernheim ist eine Erwähnung wert, ebenso wie der Musik- und Fanfarenzug FFM-Heddernheim. Heddernheim besitzt natürlich auch eine Bibliothek und verschiedene Konzert-Hallen. Es bleibt festzuhalten: Viele Menschen aus der Nordwest-Siedlung von Frankfurt beschäftigen sich mit kulturellen Dingen und fördern damit nicht nur den Zusammenhalt, sondern auch die Jugend.

Karneval in “Klaa Paris”

Wie fast überall in der Region Frankfurt sind auch die Heddernheimer begeisterte Faschings-Anhänger. Schon ab dem Jahre 1839 kann man das Feiern des Karnevals in Frankfurt-Heddernheim nachweisen. Unter den Narren heißt Heddernheim auch “Klaa Paris”. Dies ist durchaus als Kompliment zu verstehen. Auch einer der bedeutensten Karnevalsvereine aus FFM-Heddernheim benennt sich nach dem Vergleich mit der französischen Metropole, nämlich die Zuggemeinschaft Klaa Paris e.V.

Der älteste Karnevals-Verein aus Frankfurt, sitzt auch im Nordwesten der Stadt, dies ist der Heddemer Käwwern e.V. Ein sehr vitaler Verein, der neben den Karnevalsumzügen auch an der Zeltkerb teilnimmt und Angebote für Jugendliche, z.B. Zeltlager bereitstellt.

Der Karneval ist für viele Heddernheimer ein Lebensgefühl: immer gerade aus und das mit viel Lebenslust.

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Geschichte des Rhein/Main Gebietes

28 Nov


Das Rhein/Main-Gebiet, heute bedeutende Wirtschaftsregion und städtischer Ballungsraum im Süden Hessens sowie Teilen von Rheinhessen und Unterfranken, blickt rückwirkend auf eine Jahrtausend alte Vergangenheit. Bevölkert wurde es vor 2700 Jahren von den Kelten, abgelöst von den Germanen, die wiederum den Römern wichen. Mogonaticum war die Hauptstadt der Provinz Obergermanien und ist heute besser bekannt unter dem Namen Mainz. In diesem Landesteil gab es zahlreiche römische Bastionen unter anderem Hofheim, Frankfurt und Saalburg. Niemals gab es in der Geschichte des Rhein/Main-Gebietes eine territoriale Gesamtheit, was eine bis heute gültige Eigenheit ist. Grafen, Landgrafen, Bischöfe und Herzöge führten in Hanau, Wiesbaden, Bad Homburg oder Mainz mit jeweils anderen Erlassen, Valuten und Glaubensbekenntnissen. Bereits in der spätrömischen Antike (seit 343) wurde Mainz zu einem Bischofssitz, der im frühen Mittelalter einer der Wichtigsten des Fränkischen, später des Deutschen Reiches wurde. Im späten Mittelalter löste die freie Reichsstadt Frankfurt Mainz als wichtigste Stadt der Region ab. Diesen Aufstieg verdankt Frankfurt seiner Rolle als Messestadt, dem Fernhandel und später auch Krönungsstätte der deutschen Kaiser. 1848 wurde die stolze Tradition fortgesetzt, als Sitz der Nationalversammlung.
Der Begriff „Rhein/Main-Gebiet“ wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts geformt. Erste Ansätze eine lokale Kooperation zu ermöglichen und Aufgaben in der Region zu verteilen starteten in den 1920er Jahren. Ludwig Landmann, seines Zeichens Frankfurter Oberbürgermeister, stellte direkt nach seinem Amtsantritt 1924 den Plan eines „Rhein-Mainischen Städtekranzes“ vor. Das Rhein/Main-Gebiet war seiner Vision nach Frankfurt im Zentrum eines südwestdeutschen Einzugsgebietes, für das im Diskusionsrahmen um die so genannte Reichsreform sogar Konzeptionen für ein eigenes neues Reichsland „Rheinfranken“ von der Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt vorangetrieben wurden.
Kurzzeitig wurde die Region politisch im NS-Gau Hessen-Nassau während des Dritten Reiches zusammengefasst. Trotz kurzer Bestandszeit ist dies die erste politische Institutionalisierung des Rhein/Main-Gebietes. Die amerikanischen, britischen und französischen Besatzungsmächte gründeten in Folge der von den Alliierten 1945 willkürlichen Festlegung der Grenzen die noch heute bestehenden Bundesländer auf ihren Territorien.
Zahlreiche Sehenswürdigkeiten erzählen heute die Geschichte des Rhein/Main-Gebietes, welches auch heute noch von drei Hauptstädten aus regiert wird.

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