Als mich in 2010 die Frage beschäftigte wo hin ich in meinem Urlaub fliegen sollte, stand von Anfang an fest, dass ich nach Asien fliegen wollte. Durch einen Zufall und der Tatsache, dass meine Schwester auf ihrem Heimflug aus Australien über Korea fliegen würde, verabredeten wir uns zu einem Urlaub auf der südkoreanischen Halbinsel.
Nun ging es also an die Vorbereitungen. In den Monaten Mai/Juni ist Regenzeit, d.h. nicht das es ständig regnet, aber dennoch recht viel, die Luft bleibt allerdings feucht und auch die Temperaturen lassen kaum nach so dass wir täglich zwischen 27-32°C hatte. Impfungen sind nicht nötig und als deutscher Staatsbürger ist einem die Einreise bis zu 90 Tagen ohne Visum erlaubt. Das Einzige, dass uns ein wenig beunruhigte war die Tatsache, dass kaum 2 Wochen vor unserem Abflug, das südkoreanische Kriegsschiff „Cheonan“ von Nordkoreaner versenkt wurde. Die Situation zwischen den beiden Geschwisterländern ist immer etwas angespannt, mal mehr Mal weniger. In diesem Jahr war zu dem die 60 jährige Trennung. Über den neuesten Stand und auch über Einreisebestimmungen hielt ich mich über das Auswärtige Amt (http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/KoreaRepublik_node.html) auf dem Laufenden.
Da ich nur ungerne fliege ohne zu mindestens den ersten Aufenthalt zu planen suchte ich für die ersten zwei Wochen eine Unterkunft in Seoul und entschloss mich schließlich für die Minbak, eine Gastfamilie. Über Homestay Korea (www.homestaykorea.com) hatte ich innerhalb kürzester Zeit eine Gastfamilie gefunden. Die Webseite ist auf jeden Fall zu empfehlen, man muss nicht auf antworten warten und die Vermittlung ist äußerst hilfsbereit, auch der Umstand, dass meine Schwester eine Woche nach mir in Seoul landen sollte, wurde ohne Probleme mit aufgenommen.
Unsere Gastfamilie wohnte in Mapo-gu, eine vor allem von Universitäten geprägten Stadtteils. Meine Gastmutter hatte selbst 10 Jahre in Deutschland gelebt und hier als Krankenschwester gearbeitet. Ihr deutsch war überraschend gut, auch wenn sie sich ständig darüber beklagte so viel vergessen zu haben. Seoul ist eine riesige Stadt, die durch den Fluss Han geteilt wird. Die U-Bahn Anbindungen sind sehr bequem und zudem auch günstig.
Seoul bietet eine Vielzahl von Museen, die alle kostenlos zu besichtigen sind. Ausnahmen bilden Sonderausstellungen. Sehr zu empfehlen sind das „Nationalmuseum von Korea“ mit seinen drei großen Stockwerken, in denen sich archäologische Fundstücke neben asiatischer Kunst präsentieren. Das Museum ist von Di-So geöffnet. Haltestelle: Ichon (Linie 5), Richtung Yongsan-Park.
Ebenfalls zu empfehlen ist das „War Memorial of Korea“. Ebenfalls über drei Stockwerke verteilt wird hier die Geschichte des Krieges in Korea dargestellt. Von den kriegerischen Auseinandersetzungen gegen die Japaner im 16. Jahrhundert über den Koreakrieg bis zu Gegenwärtigen UN-Einsätzen. Haltestelle: Samgakji (Linie 4 & 6).
Neben den zahlreichen Tempeln und dem Palast bietet Seoul eine Vielzahl von historischen Schauplätzen, neben dem Traditionellen Dorf „Namsangol“, der traditionellen Wohnsiedlung „Bukchon“ gibt es auch noch verschiede Orte an denen man sich Gräber der Könige aus der Baekje-Dynastie (200-475 n. Chr.) anschauen kann oder noch weiter in der Zeit zurück reisen und sich die Prähistorische Siedlung (6000 v. Chr.) in Amsa Dong anschauen. Ein kleines Museum hierzu findet sich auch in dem, für schöne Spaziergänge, bekannten Olympiastadion.
So gut und schnell die U-Bahn Verbindungen sind so schön ist es zu Fuß neue Dinge zu entdecken, und das ist auch in Seoul möglich und zu empfehlen, ob als Spaziergang entlang des Han-Flusses oder durch die verschiedenen Stadtteile. Fehlen darf natürlich auch nicht der Besuch des Namsan-Towers, des Fernsehturms.
Nach den zwei Wochen entschieden wir uns dennoch nach Jeju zu fliegen. Die Insel im Süden des Landes liegt gilt als das eine Reiseziel schlechthin. Inlandsflüge kosten um die 30-50Euro und können meist übers Internet gebucht werden. Die Flugzeit von Seoul aus beträgt um die 1 ½ Stunden. Vom Flughafen aus kann man gut mit dem Taxi nach Jeju-Stadt fahren und zahlt gerade mal 5Euro. (Aber Achtung! Nicht jedes Taxi ist gleich. Es gibt die sogenannten Touristen oder Luxus Taxen, die das bis zu 3Fache verlangen.)
Jeju hat neben seinen schönen Badestränden, die auch trotz 28-30°C nie voll waren und sehr gut mit dem Bus zu erreichen sind, auch viele weitere Naturschauplätze die es sich lohn anzusehen. Wer kein eigenes Auto besitzt kann sehr bequem mit den täglichen Bustouren über die Insel fahren. Wir entschieden uns eine Tour über die Ostseite der Insel. Mit dem Bus ging es zuerst zum Sunrisepeak, einem erloschenen Vulkan, es folgte ein bekannter Schauplatz für koreanische TV-Serien, an dem es auch möglich war Perlentaucherinnen zu beobachten. Neben einem Wasserfall der direkt ins Meer mündete und einer Lavahöhle gehörte auch ein Kunstpark zu den Attraktionen.
Von Jeju aus flogen wir nach Busan. Busan ist eine typische Industrie Stadt. Etwas im Norden der Stadt gelegen gibt es ein hübsches Kloster so wie ein Ford, am Abend ist ein Spaziergang entlang des Meeres sehr beeindruckend, da die Brücken, so wie Häuser in unterschiedlichen Farben erleuchten. In Busan haben wir nur eine Nacht verbracht und sind am folgenden Tag schon recht früh wieder aufgebrochen, so dass wir schon vor dem Mittag in Gyongju ankamen.
Gyongju ist die alte Hauptstadt Koreas. Gleich am ersten Tag nutzten wir Fahrräder um die Gegend zu erkunden. Diese gibt es an jeder Ecke, günstig zu mieten. Das besondere an Gyongju ist, das moderne Häuser nicht zu hoch sein dürfen und nur im alten Stil gebaut werden, d.h. es gibt hier keine modernen Hochhäuser. Auch hier gibt es vielen Grabhügeln, die das Stadtbild zieren sowie Tempel und Museen. Auch hier ist fast alles gut zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Bus zu erreichen.
Von Gyongju ging es mit dem Bus zurück nach Seoul, zum Souvenir shoppen, und von dort zwei Tage später zurück nach Deutschland.
Gut und günstig Essen kann man überall in Korea. Meist besitzen die Restaurants Karten auf denen Bilder ihrer Speisen sind und so fällt es leicht sich daran zu orientieren. Koreanische Speise sind nicht immer scharf, dennoch ist bei mancher Speise Vorsicht geboten. Probieren sollte man dennoch alles, wann hat man schon sonst die Möglichkeit dazu?! Das gilt auch für all die Orte und Plätze die es in Korea zu Entdecken gibt. Was die Koreaner betrifft, so wirken sie anfangs etwa distanziert, dies ändert sich jedoch normalerweise und man wird sogar zum trinken eingeladen, es wird einem die Hand auf der Straße von Passanten geschüttelt oder man wird gebeten auf Fotos zu posieren. Insgesamt gesehen war die Reise unglaublich beeindruckend, mit vielen neuen Eindrücken und guten Erinnerungen, so dass man dieses Land nur weiter empfehlen kann. Außerdem hat man so zuhause etwas zu erzählen. Viele gibt es nicht die in Korea Urlaub machen.
Mehr Informationen über Korea finden sich auch auf der Seite der Tourismusinformation von Korea Visit Korea: http://german.visitkorea.or.kr/ger/index.kto.
Popularity: 5% [?]
Teile diesen Beitrag mit Freunden:
Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.