Sie haben einen langen Arbeitstag hinter sich, freuen sich auf Ihr Zuhause und einen erholsamen Abend. Das scheint Ihnen auch zu gelingen – bis Sie auf der Couch oder im Bett endgültig zur Ruhe kommen. Meist ist ja der Abend noch ausgefüllt mit Kochen, Essen, Hausarbeit. Sie unterhalten sich mit Ihrem Partner oder spielen mit Ihren Kindern. An manchen Tagen nehmen Sie sich auch Zeit für Ihr Hobby, treiben Sport oder gehen aus. Irgendwann ist dann tatsächlich Ruhe, Sie möchten nur noch auf der Couch entspannen, lesen, fernsehen oder einfach gar nichts tun. Doch dann: Anstatt der erwarteten Erholung entwickeln Ihre Beine ein Eigenleben. Schon seit einiger Zeit plagt Sie dieses merkwürdige Phänomen. Die Erscheinungsformen dabei sind vielfältig. Entweder haben Sie das Gefühl, als ob sich Ihre Beine in einem Ameisenhaufen befinden, es juckt, schmerzt und kribbelt. Oder Sie denken, Sie müssten sich jetzt unbedingt bewegen. Ihre Beine zucken unkontrolliert, Sie empfinden schmerzhaft, wie sich Ihre Beinmuskeln verspannen. Je länger Sie liegen, umso unangenehmer wird es.
Auch wenn Sie später am Abend einschlafen möchten, finden Sie keine Ruhe. Ihre Beine entwickeln einen heftigen Bewegungsdrang. Das Schlimmste daran ist, dass Sie die Situation nicht kontrollieren können. Sie können nicht entspannen, Sie können nicht einschlafen, möglich ist auch, dass Sie am Durchschlafen gehindert werden und immer wieder aufmachen. Die Plage hat einen Namen: Restless Legs Syndrom, zu deutsch Ruhelose Beine Syndrom. Oft wird die Abkürzung RLS auch verwendet als Synonym für “RuheLoser Schlaf”. Sobald Sie aufstehen und herumlaufen, klingen die Beschwerden ab, allerdings nur so lange, bis Sie wieder liegen. Manchmal kündigt sich RLS bereits am späten Nachmittag oder frühen Abend an, und wenn Sie am Wochenende oder im Urlaub die freie Zeit für einen Mittagsschlaf nutzen wollen, kann es ebenfalls passieren, dass Sie keine Ruhe finden.
RLS ist lästig, ziemlich lästig sogar, doch nicht unbedingt gefährlich. Ruhelose Beine treten meist ab einem mittleren Alter zum ersten Mal auf. In seltenen Fällen sind auch junge Menschen betroffen. Die Krankheit beschränkt sich überwiegend auf die Beine, nur ganz selten finden sich in den Armen ähnliche Symptome. Solange die Beschwerden nur hin und wieder erscheinen, besteht kein Grund zur Sorge. Leichte Symptome von RLS lassen sich mit gezielten Entspannungsübungen (sehr empfehlenswert: Progressive Muskelentspannung nach Jacobson), viel Bewegung, etwa mit einem konsequenten Walking- oder Lauftraining und Wechselbädern behandeln oder zumindest dämpfen. Trotzdem sollten Sie Ihrem Arzt die Symptome schildern. Der bevorzugte Ansprechpartner für RLS ist der Neurologe. Zunächst sollte ausgeschlossen werden, ob nicht eine andere Erkrankung die Ursache für Ihre ruhelosen Beine ist. In schwereren Fällen kann RLS mit Medikamenten behandelt werden. Ihr Neurologe wird Sie dazu ausführlich beraten. Eine medikamentöse Behandlung von RLS ist immer dann sinnvoll, wenn der Schlaf wesentlich beeinträchtigt wird.
Genauso wichtig wie der Arztbesuch und eine eventuelle Gabe von Arzneimitteln ist aber, dass Sie dem Restless Legs Syndrom nicht die Oberhand lassen. Sorgen Sie am Abend für eine besonders angenehme Atmosphäre und geben Sie den Gedanken an Ihre Zappelbeine keinen Raum. Eine negative Erwartungshaltung kann RLS verstärken.
Popularity: 3% [?]














Stefan
10. April 2013 um 07:14
Nach einer harten Arbeitswoche entspanne ich mich am Wochenende immer in der Sauna und am liebsten danach direkt in die Hängematte!
Es gibt nichts schöneres!