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Entwicklung im ersten Jahr

14 Nov


Im ersten Jahr lernt ein Kind mehr als jemals wieder in seinem Leben. Auch Ihr Baby entwickelt sich von einem vollkommen abhängigen Neugeborenen zu einem kleinen Menschen, der schon genau weiß, was er will, und Ihnen seine Wünsche verständlich machen kann.

Bei der Geburt
Schon bei der Geburt kann Ihr Neugeborenes fühlen, sehen, hören, riechen und schmecken. Einige dieser Sinne sind aber noch nicht ausgereift. Deutlich sehen kann Ihr Baby zunächst nur das, was es in 20 bis 30 Zentimetern Entfernung vor den Augen hat, beispielsweise Ihr Gesicht, wenn Sie es im Arm halten oder sich über die Wiege beugen. Laute Geräusche erschrecken es. Auf Berührungen reagiert es mit Greif-, Saug- und Suchreflexen, sanftes Streicheln wirkt beruhigend. Auf andere Berührungsreize kann es dagegen noch nicht richtig reagieren. Rechnen Sie also nicht damit, dass Ihr Kleines sofort schreit oder zurückschreckt, wenn das Badewasser oder das Fläschchen zu heiß ist. Testen Sie es lieber vorher selbst!

1 Monat alt
Ihr Baby kann inzwischen Mama und Papa an Stimme, Geruch und Aussehen erkennen. Es kann den Kopf schon kurz allein heben und versucht, sich Geräuschquellen zuzuwenden. Seine Augen fixieren, was es sieht. Da das nicht sofort klappt, beginnen viele Babys in diesem Alter zu schielen. Das ist kein Grund zur Sorge, denn im Laufe der nächsten vier Wochen gibt sich das bei den meisten Babys von alleine wieder.

2 Monate alt
In den letzten Wochen hat Ihr Baby begonnen, instinktiv zurückzulächeln, wenn Sie es anlächeln. Die Geräusche, die es von sich gibt, sind vielfältiger geworden. Lachen und Juchzen als Ausdruck der Freude sind neben das Schreien als Ausdruck des Unwohlseins getreten. Wenn Sie mit ihm reden, “antwortet” es. Verfallen Sie dabei in Babysprache? Das ist kein Grund, sich zu schämen, Ihre Instinkte als Mama oder Papa melden sich jetzt zu Wort.

3 Monate alt
Ihr Baby beginnt, im wörtlichen Sinne die Welt zu “begreifen”. Alles, was es interessiert, möchte es anfassen. In den nächsten Wochen lernt es, Gegenstände aufheben und festhalten.

4 Monate alt
Immer kräftiger stemmt sich Ihr Baby jetzt aus dem Liegen hoch. Mit Ihrer Unterstützung kann es schon recht gut sitzen, und das genießt es, denn im Sitzen kann es seine Umgebung viel besser beobachten.

5 Monate alt
Das Greifen klappt inzwischen prima, und Gegenstände werden nicht nur mit den Fingern, sondern auch mit dem Mund erforscht. Ihr Baby lässt sich nur ungern wieder wegnehmen, was es einmal in den Fingern hat. Wenn Sie Ihren kleinen Liebling jetzt auf dem Schoß halten, kann das recht ungemütlich für Sie werden, denn Ihr Gesicht und Ihre Haare sind spannende Forschungsobjekte für seine Patschehändchen.

6 Monate alt
Bisher ist Ihr Baby Menschen, die es anlächelten, freundlich begegnet. Das ändert sich jetzt schlagartig: Das Fremdeln beginnt. So erschrocken Sie über diese Verhaltensänderung sein mögen, so wichtig ist dieser Entwicklungsschritt: Ihr Baby unterscheidet jetzt, wem es vertraut und wem nicht. Sein Zutrauen zu gewinnen, wird Fremden für die nächsten Monate schwerfallen.

7 Monate alt
Im Liegen rollt sich Ihr Baby jetzt vom Rücken auf den Bauch und umgekehrt. Sein Bewegungsdrang kann gefährlich werden, deshalb achten Sie jetzt besonders darauf, dass es nicht vom Wickeltisch fällt. In den nächsten Wochen wird es lernen, ohne Unterstützung aufrecht zu sitzen.

8 Monate alt
Wenn Sie Ihr Baby sicher unter den Achseln halten und gerade soweit hochheben, dass seine Füße den Boden berühren, dann beginnt es jetzt, die Knie zu beugen und zu strecken und sich kräftig mit den Füßen vom Boden abzustoßen. Diesen Spaß dürfen Sie sich und Ihrem Baby ruhig öfter gönnen, denn damit trainiert es seine Beinmuskulatur und bereitet das Stehen und Laufen vor.

9 Monate alt
Jetzt lernt Ihr Baby das Robben und bald darauf das Krabbeln. Sein Bewegungsradius wird immer größer. Eine anstrengende Zeit für Sie, denn Sie müssen jetzt ständig aufpassen. Übrigend: Manche Babys lassen das Krabbeln aus und gehen direkt zum Laufen über.

10 Monate alt
Immer intensiver imitiert Ihr Kind jetzt alle Laute, die es hört. Gerne verdoppelt es Silben zu ersten “Worten”. Vielleicht hören Sie schon das erste “Mama” oder “Papa” heraus, aber erst in einigen Wochen wird es Sie gezielt damit ansprechen. Auch sein Sprachverständnis ist gewachsen: Ein strenges “Nein” versteht es jetzt durchaus, und weitere Worte und Sätze kommen bald hinzu.

11 Monate alt
Langsam wird das Laufenlernen ein wichtiges Thema – für Ihr Baby, das sich überall hochzieht und versucht, auf eigenen Füßen zu stehen, aber auch für Sie. Vermutlich warten Sie sehnsüchtig auf den ersten Schritt und vergleichen Ihr Kleines mit Gleichaltrigen aus Ihrem Bekanntenkreis. Gerade beim Laufenlernen unterscheiden sich Babys stark voneinander: Manche beherrschen es in diesem Alter schon, manche geben sich noch monatelang mit dem Krabbeln zufrieden.

Der erste Geburtstag
Der erste Jahrestag ist da! Ihr Baby versteht schon recht gut, was Sie sagen, und mit einzelnen Wörtern kann es sich verständlich machen. Viele Babys stehen jetzt kurz allein, manche laufen sogar schon. Doch vergessen Sie nicht: Der erste Geburtstag ist keine Prüfung. Auch wenn Ihr Kind noch nicht spricht und läuft, hat es in einem Jahr unendlich viel gelernt. Sie haben allen Grund, stolz darauf zu sein!

Vom ersten Schrei bis zum ersten Schritt und dem ersten Wort reicht Babys Entwicklung im ersten Jahr. Aber was, wenn sich Ihr Kleines nicht an den Zeitplan hält?
Keine Sorge. Ihr Kind ist keine Maschine, sondern schon jetzt ein Persönchen mit individuellen Eigenheiten. Genauso wie später im Leben lernt es manches schneller als andere, manches langsamer.
Bemerken Sie eine leichte Verzögerung in der Entwicklung Ihres Babys, sprechen Sie das am besten bei der nächsten U-Untersuchung an. Ihr Kinderarzt weiß dann, worauf er besonders achten muss. Meist wird er Sie beruhigen, wenn nötig, kann er aber zusätzliche Untersuchungen veranlassen. Wenn Ihr Baby stärker hinterher hinkt und Sie sich Sorgen machen, können Sie selbstverständlich auch außerhalb der U-Termine zu Ihrem Kinderarzt gehen.

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